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Mobilitätspakte

Mobilitätspakte

Ziel aller Mobilitätspakte im Land ist die Verbesserung der öffentlichen Mobilität, des Rad- und Fußverkehrs, der Straßeninfrastruktur und des behördlichen und betrieblichen Mobilitätsmanagements. Insbesondere soll auf die Vernetzung der Verkehrsträger hingewirkt werden, um die intermodale Verkehrsmittelnutzung zugunsten des Umweltverbundes zu stärken und dabei die Klimaschutzziele im Blick zu haben.

„Unsere Idee ist es, Mobilität gemeinsam verantwortlich zu denken. Nicht Speziallösungen bringen echte Verbesserungen, sondern die Kooperation aller Beteiligten und die Vernetzung aller Verkehrsmittel – zugunsten von Umwelt, Klima, der Bevölkerung und Wirtschaft“, so Verkehrsminister Winfried Hermann über das Format der Mobilitätspakte.

Mobilitätspakt Aalen - Heidenheim

Aktuell gibt es fünf Mobilitätspakte in Baden-Württemberg. Einer davon umfasst – seit dem Startschuss im Jahr 2020 – die Landesentwicklungsachse zwischen Aalen und Heidenheim – der „Mobilitätspakt Aalen – Heidenheim“. Dieser hoch industrialisierte Raum entlang von Kocher und Brenz entwickelt sich sehr dynamisch, und das bisherige Verkehrssystem der Region stößt vielfach an die Grenzen der Leistungsfähigkeit. Unter der politischen Leitung von Landesverkehrsminister Winfried Herrmann MdL erarbeitet das Regierungspräsidium Stuttgart zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern der Landkreise Heidenheim und Ostalbkreis, der Städte Aalen, Heidenheim und Oberkochen, der Gemeinde Königsbronn, der Unternehmen Carl Zeiss AG, Voith GmbH & Co. KG, Paul Hartmann AG, der Hochschule Aalen, dem Regionalverband Ostwürttemberg und der IHK Ostwürttemberg sowie der Nahverkehrsgesellschaft mbH des Landes Lösungsansätze, um zu einer spürbaren Verbesserung zu gelangen. Die hohe verkehrliche Belastung im motorisierten Individualverkehr mit regelmäßigen Staus hat negative Auswirkungen auf die Bevölkerung, Umwelt und Wirtschaft in der Region. Im Mobilitätspakt werden daher die Weichen gestellt, um die Mobilität nachhaltig, modern und zukunftsorientiert zu gestalten.

Verbesserungen allein im Straßenverkehr genügen nicht. Der Mobilitätspakt ist ein verkehrspolitisches Instrument und umfassendes Gesamtkonzept, das zunächst auf fünf Jahre angelegt ist. Er umfasst ein gemeinsam getragenes Maßnahmenpaket, das die Partner stringent begleiten und in ihrer jeweiligen Verantwortlichkeit umsetzen.

Arbeitsgruppen im Mobilitätspakt AA-HDH

Sechs Arbeitsgruppen und weitere Kleingruppen kümmern sich im Mobilitätspakt um folgende Themen:

  1. Rad- und Fußverkehr
  2. Betriebliches und behördliches Mobilitätsmanagement
  3. Motorisierter Individualverkehr
  4. Öffentlicher Personennahverkehr
  5. Schieneninfrastruktur und -betrieb
  6. Vernetzung und Innovation
    • Digitale Vernetzung
    • Mobility Hubs

 

Mit einer Vielzahl von Maßnahmen, die kurz-, mittel- und langfristig umgesetzt werden, sollen verstärkt intermodale und vernetzte Ansätze zum Tragen kommen. Hierzu gehören u. a. ein verbessertes ÖPNV-Angebot, die Förderung von Fuß- und Radverkehr, eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit von Knotenpunkten, die Erhöhung der Verkehrssicherheit sowie Verkehrsverlagerungen durch konsequentes betriebliches Mobilitätsmanagement. Auch die großen Wirtschaftsunternehmen und Bildungseinrichtungen, die Ausgangspunkte der Pendlerströme sind, können und sollen zur Lösung einen Beitrag leisten.

Akteure und Verkehrsarten besser vernetzen

Der Regionalverband Ostwürttemberg, der die Arbeitsgruppe Vernetzung und Innovation leitet, hat in einem Maßnahmenkatalog acht Ziele mit unterschiedlichem Umsetzungshorizont definiert. Darunter fallen

  • der Ausbau von Heidenheim und Oberkochen zu regionalen Mobilitätsdrehscheiben an den Bahnhöfen (mobility hubs)
  • die Untersuchung von Seilbahnpotenzialen in der Region
  • eine bessere Vernetzung von Verkehrsträgern am Bahnhof in Aalen, um einen zentralen und multimodalen Moblitätsknoten zu schaffen
  • dezentrale Mobilitätsstationen aufzubauen, z.B. in Königsbronn
  • die beiden Verkehrsverbünde der Landkreise zu einer echten Kooperation mit einheitlichen Tarifen zu entwickeln
  • die Bündelung der Mobilitätsdaten und die Entwicklung einer Mobilitätsapp
  • die Verankerung der Maßnahmen in den Nahverkehrsplänen gekoppelt mit einer Marketinginitiative
  • der Blick auf neuartige und fortschrittliche Lösungen im Logistikbereich

Unterschiedliche Aufgabenträger bzw. Ansprechpartner und Zuständige aus den Landkreisen und Kommunen, Tarifverbünden, der NVBW, der IHK, den Wirtschaftsförderungen, der DB, aus Wissenschaft und Forschung sowie private Anbieter von innovativen Lösungen spielen hierbei eine wichtige Rolle. Die Vernetzung von Ansprechpartnern, die Koordination der Arbeitsgruppentreffen und die Verfolgung der gesetzten Ziele sind beim Regionalverband angesiedelt und werden von einem engagierten Team proaktiv verfolgt. Bei allen diesen Projekten ist der Fokus nicht nur auf der Vernetzung durch digitale Tools, sondern auf einer echten Kooperation aller Beteiligten.

Mobilitätspakt als Plattform für Austausch und Kooperation

Der Mobilitätspakt Aalen-Heidenheim dient als Plattform des Austausches und der Kooperation. Die Ideen und Wünsche der Bevölkerung wurden in einem Zeitraum der Bürgerbeteiligung über eine Beteiligungsplattform im Internet erfasst. Diese aktive Beteiligung wird aktuell bearbeitet und ausgewertet und ggf. in konkrete Verbesserungsmaßnahmen überführt. Interessensvertreter aus verschiedensten Verbänden und Organisation werden über sog. Werkstattgespräche aktiv beteiligt. Die Bevölkerung kann sich online auf der Homepage des Mobilitätspaktes über die Maßnahmen informieren:

https://aa-hdh.mobilitaetspakt-bw.de/de