IG Schienenkorridor kritisiert IC-Kürzungen und fordert verlässliche Verbindungen
Schwäbisch Gmünd, 14. Oktober 2026 – Die Interessengemeinschaft Schienenkorridor Stuttgart–Nürnberg kritisiert die angekündigten Einschränkungen auf der IC-Linie 61. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember werden wichtige Verbindungen am frühen Morgen und späten Abend nur noch an einzelnen Wochentagen angeboten. Im Herbst 2027 entfällt zudem wegen einer Streckensperrung für rund acht Wochen der gesamte IC-Verkehr über Ellwangen, Aalen und Schwäbisch Gmünd. Für diesen Zeitraum kündigt die Deutsche Bahn ein reduziertes IC-Angebot mit drei Zugpaaren täglich an, die über die Murrbahn umgeleitet werden.
„Wer Verbindungen streicht, macht die Bahn unattraktiver und verliert weitere Fahrgäste. Eine schwache Nachfrage darf nicht zum Vorwand werden, das Angebot immer weiter auszudünnen“, erklärt der Ostalb-Landrat Dr. Joachim Bläse. „Auch außerhalb der Metropolen brauchen Menschen und Unternehmen einen verlässlichen Anschluss an den Fernverkehr.“
Unabhängig von der baubedingten Umleitung werden bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember zwei zusätzliche ICE-Sprinter-Zugpaare von und nach Berlin über die Murrbahn verkehren. Zusammen mit dem bestehenden Zugpaar führt dies zu weiteren Fahrzeitverlängerungen einzelner Nahverkehrszüge, die für Überholungen durch die ICEs warten müssen.
„Wir begrüßen ausdrücklich, dass der Fernverkehr auch über die Murrbahn geführt wird. Dafür muss jedoch die Infrastruktur entsprechend ausgebaut werden. Es ist nicht hinnehmbar, dass die Fahrgäste im Nahverkehr längere Fahrzeiten in Kauf nehmen müssen, ohne zugleich von einem ICE-Halt in der Region zu profitieren. Für einen solchen Halt werden wir uns weiter einsetzen“, betont Gerhard Bauer, Landrat des Landkreises Schwäbisch Hall und IG-Vorsitzender. „Fernverkehr und Nahverkehr dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die angekündigten IC-Kürzungen verstärken zugleich den Eindruck, dass sich DB Fernverkehr im Südwesten zunehmend aus der Fläche zurückzieht und auf die großen Metropolen konzentriert. Das können wir nicht akzeptieren.“
Die Interessengemeinschaft fordert ein tragfähiges Verkehrskonzept für die Bauzeit, den bedarfsgerechten Ausbau der Infrastruktur und eine langfristige Perspektive für den Fern- und Nahverkehr im gesamten Schienenkorridor Stuttgart–Nürnberg.
Partner der Interessengemeinschaft
Städte: Stuttgart, Schorndorf, Schwäbisch Gmünd, Aalen, Ellwangen, Backnang, Schwäbisch Hall, Crailsheim, Ansbach, Nürnberg
Landkreise: Rems-Murr-Kreis, Ostalbkreis, Kreis Schwäbisch Hall, Kreis Ansbach
Regionen: Verband Region Stuttgart, Regionalverband Ostwürttemberg, Regionalverband Heilbronn-Franken, Metropolregion Nürnberg
IHKs: IHK Stuttgart, IHK Ostwürttemberg, IHK Heilbronn-Franken, IHK Nürnberg für Mittelfranken
Weitere Informationen:
Interessengemeinschaft Schienenkorridor Stuttgart–Nürnberg
Geschäftsstelle beim Regionalverband Ostwürttemberg
Bahnhofplatz 5,
73525 Schwäbisch Gmünd
Telefon: 07171 / 92764-12
Mobil: 0171 / 5149176
E-Mail: sielicki@ostwuerttemberg.org
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