5. November 2026

Pressemitteilung vom 05.11.2026

Schienenkorridor Stuttgart–Nürnberg
Bessere Bahn zwischen Stuttgart und Nürnberg

Gespräch mit Bundesverkehrsminister Bilger: Perspektiven für Murrbahn, Remsbahn und Obere Jagstbahn.

Das Konzept der Region für bessere Bahnverbindungen zwischen Stuttgart und Nürnberg wird bei der laufenden Fortschreibung des Deutschlandtakts berücksichtigt. Das hat das Bundesverkehrsministerium bei einem Gespräch mit der Interessengemeinschaft Schienenkorridor Stuttgart–Nürnberg am 28. Oktober in Berlin bestätigt. Zudem sagte das Ministerium zu, der IG nach fachlicher Abstimmung den Zwischenbericht der Fortschreibung mit einem Ausschnitt aus der Planung für den Korridor zur Verfügung zu stellen. Eine Finanzierungs- oder Bauzusage ist damit noch nicht verbunden.

An dem Gespräch mit Bundesverkehrsminister Steffen Bilger nahmen die IG-Sprecher, Landrat Gerhard Bauer und Landrat Dr. Joachim Bläse, sowie Geschäftsführer Andrzej Sielicki teil. Im Mittelpunkt stand die gemeinsame Weiterentwicklung beider Achsen: über die Murrbahn sowie über die Rems- und Obere Jagstbahn.

Regionales Konzept in der Bundesplanung berücksichtigt

Bereits seit 2022 bringt die IG die Ergebnisse ihrer gemeinsam mit dem Land erarbeiteten Korridorstudie in den Austausch mit dem Bundesverkehrsministerium ein. Beauftragt hatten die Untersuchung des Ingenieur- und Beratungsunternehmens Ramboll der Ostalbkreis, der Landkreis Schwäbisch Hall und der Rems-Murr-Kreis gemeinsam mit dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg. Die Studie zeigt, wie bessere Fernverkehrsverbindungen, ein verlässlicher Nahverkehr und der dafür notwendige Ausbau auf beiden Achsen zusammenpassen können.
Im Gespräch mit Bundesverkehrsminister Bilger wurde nun bestätigt, dass das darin entwickelte Konzept mit der vertieft untersuchten Variante, dem sogenannten Planfall 7, bei der Fortschreibung des Deutschlandtakts berücksichtigt wird. Damit findet die gemeinsame fachliche Vorarbeit der Region und des Landes Eingang in die weitere Bundesplanung. Ziel des regionalen Konzepts ist eine stündliche Fernverkehrsverbindung zwischen Stuttgart und Nürnberg, abwechselnd über die Murrbahn und über die Rems- und Obere Jagstbahn. Welche Angebote und Infrastrukturmaßnahmen konkret hinterlegt sind, kann einem Zwischenbericht zur Fortschreibung entnommen werden, der nach fachlicher Abstimmung noch in diesem Jahr veröffentlicht werden soll. Die Fortschreibung ist noch nicht abgeschlossen und wird mindestens bis 2027 andauern.

„Wir wollen eine gute Fernverkehrsanbindung und einen zuverlässigen Regionalverkehr. Beides muss zusammenpassen. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass zusätzliche Angebote durch die notwendige Infrastruktur abgesichert werden“, erklärt Landrat Gerhard Bauer, Sprecher der IG.

Zwei Wege für den Ausbau

Für die weitere Entwicklung der Schieneninfrastruktur bleiben unterschiedliche Finanzierungswege maßgeblich: Der Ausbau der Murrbahn wird über die Bedarfsplanung des Bundes weiterverfolgt. Für die Rems- und Obere Jagstbahn sind Maßnahmen für eine Förderung nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz des Bundes angemeldet. Eine gesicherte Finanzierung bedeutet diese Anmeldung allerdings noch nicht.
Mit dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg und DB InfraGO will die IG die nächsten Planungs- und Finanzierungsschritte konkretisieren. Für die Murrbahn wird die IG mit DB InfraGO klären, wie Kapazitätsengpässe im Rahmen des gesetzlich vorgesehenen Verfahrens untersucht und konkrete Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet werden können. Der Ostalbkreis wird die bereits zum Bundes-GVFG angemeldeten Vorhaben im Bereich der Rems- und Oberen Jagstbahn in Abstimmung mit dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg und DB InfraGO weiter vorantreiben und konkrete Planungs- und Finanzierungsschritte vereinbaren. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf der Ertüchtigung der Kreuzungsbahnhöfe für gleichzeitige Einfahrten, etwa in Ellwangen und Jagstzell.

„Für uns gehören beide Achsen zusammen. Wir wollen die jeweils vorhandenen Möglichkeiten nutzen, damit Verbesserungen Schritt für Schritt bei den Fahrgästen ankommen. Dazu brauchen wir klare Zuständigkeiten und nachvollziehbare Zeitpläne“, betont Landrat Dr. Joachim Bläse, stellvertretender Sprecher der IG.

Die Fortschreibung des Deutschlandtakts und die dazugehörige gesamtwirtschaftliche Bewertung werden auf Bundesebene weiterbearbeitet. Konkrete Finanzierungs- und Umsetzungstermine für den Korridor konnten im Gespräch noch nicht benannt werden. Die IG wird die zugesagten Planungsunterlagen auswerten und die weiteren Schritte mit Bund, Land und Bahn abstimmen.

Auch die Weiterentwicklung des Fernverkehrs auf beiden Achsen bleibt im Fokus: Dazu gehören die Perspektive des ICE-Sprinters auf der Murrbahn und die Zukunft der IC-Linie 61 über die Rems- und Obere Jagstbahn. Gelegenheit zur gemeinsamen Erörterung bietet der für Anfang Februar 2027 vorgesehene Austausch der IG-Mitglieder mit der Deutschen Bahn. Mit dem neuen DB-Konzernbevollmächtigten für Baden-Württemberg, Dr. Dirk Rothenstein, sowie Vertretern von DB Fernverkehr und DB InfraGO sollen dabei sowohl die Verkehrsangebote als auch die dafür notwendige Infrastruktur in den Blick genommen werden.

Foto: IG Schienenkorridor im Gespräch mit Bundesverkehrsminister Bilger

Im Gespräch über die Zukunft des Schienenkorridors Stuttgart–Nürnberg im Bundesverkehrsministerium in Berlin (von links): Landrat Dr. Joachim Bläse, stellvertretender Sprecher der IG, Bundesverkehrsminister Steffen Bilger, Landrat Gerhard Bauer, Sprecher der IG, und IG-Geschäftsführer Andrzej Sielicki.

Partner der Interessengemeinschaft

Städte: Stuttgart, Schorndorf, Schwäbisch Gmünd, Aalen, Ellwangen, Backnang, Schwäbisch Hall, Crailsheim, Ansbach, Nürnberg

Landkreise: Rems-Murr-Kreis, Ostalbkreis, Kreis Schwäbisch Hall, Kreis Ansbach

Regionen: Verband Region Stuttgart, Regionalverband Ostwürttemberg, Regionalverband Heilbronn-Franken, Metropolregion Nürnberg

IHKs: IHK Stuttgart, IHK Ostwürttemberg, IHK Heilbronn-Franken, IHK Nürnberg für Mittelfranken

Weitere Informationen:

Interessengemeinschaft Schienenkorridor Stuttgart–Nürnberg
Geschäftsstelle beim Regionalverband Ostwürttemberg
Bahnhofplatz 5,
73525 Schwäbisch Gmünd
Telefon: 07171 / 92764-12
Mobil: 0171 / 5149176
E-Mail: sielicki@ostwuerttemberg.org